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Ermutigung an uns, weiterzugehen

Impuls zur Papstenzyklika „Laudato si“ von Br. Siegbert Mayer OFMcap

Papst Franziskus hat mit der Enzyklika „Laudato si“ einen Pflock eingeschlagen, dass die Ökologie in der Soziallehre der Päpste angekommen und dort nun systematisch verankert ist. So haben Umweltbeauftragte in Politik und Kirche und Umweltschützer weltweit erfreut auf das jüngste Rundschreiben von Papst Franziskus reagiert. Das kann uns franziskanische Menschen nur freuen. Diese Enzyklika wird und soll aber nicht nur für Ökologen, sondern erst recht für uns eine Ermutigung sein, auf unserem franziskanischen Weg weiterzugehen. Papst Franziskus betitelt sein Schreiben nicht nur mit den Eingangsworten des berühmten Sonnengesangs ,,Laudato si mi signore - Gelobt seist du, mein HERR", er stellt seinen Namenspatron Franz von Assisi als Vorbild dar. Wörtlich schreibt er in Nummer 10: „Ich glaube, dass Franziskus das Beispiel schlechthin für die Achtsamkeit gegenüber dem schwachen und für eine froh und authentisch gelebte ganzheitliche Ökologie ist. Er ist der heilige Patron all derer, die im Bereich der Ökologie forschen und arbeiten, und wird auch von vielen Nichtchristen geliebt. Er zeigte eine besondere Aufmerksamkeit gegenüber der Schöpfung Gottes und gegenüber den Ärmsten und den Einsamsten. Er war wegen seiner Fröhlichkeit, seiner großzügigen Hingabe und seines weiten Herzens beliebt. Er war ein Mystiker und ein Pilger, der Einfachheit und in einer wunderbaren Harmonie mit Gott, mit den anderen, mit der Natur und mit sich selbst lebte. An ihm wird man gewahr, bis zu welchem Punkt die Sorge um die Natur, die Gerechtigkeit gegenüber den Armen, das Engagement für die Gesellschaft und der innere Friede untrennbar miteinander verbunden sind.“ Die Botschaft des Papstes ist nicht bequem, sie rüttelt wach und mahnt jeden Einzelnen, Verantwortung „für das gemeinsame Haus der einen Menschheitsfamilie“ zu übernehmen. In Nummer 91 spricht er dies an: „Ein Empfinden inniger Verbundenheit mit den anderen Wesen in der Natur kann nicht echt sein, wenn nicht zugleich im Herzen eine Zärtlichkeit und eine Sorge um die Menschen vorhanden ist. Die Ungereimtheit dessen, der gegen den Handel mit vom Aussterben bedrohten Tieren kämpft, aber angesichts des Menschenhandels völlig gleichgültig bleibt, die Armen nicht beachtet, ist offensichtlich. Das bringt den Sinn des Kampfes für die Umwelt in Gefahr. Es ist kein Zufall, dass der heilige Franziskus in dem Hymnus, in dem er Gott durch dessen Geschöpfe preist, hinzufügt: ‚Gelobt seist du, mein Herr, durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen.‘ Alles ist miteinander verbunden. Darum ist eine Sorge für die Umwelt gefordert, die mit einer echten Liebe zu den Menschen und einem ständigen Engagement angesichts der Probleme der Gesellschaft verbunden ist.“ Bei aller gebotenen Dringlichkeit zu handeln angesichts der riesigen globalen Probleme und Herausforderungen im Umwelt- und Sozialbereich ist das Lehrschreiben von Papst Franziskus keine Drohbotschaft, sondern ein Dokument der Zuversicht. Gegen Ende zitiert er die italienische Regisseurin Liliana Cavani, die zwei Franziskusfilme produziert hat: ,,Franziskus ist kein Mann der Vergangenheit, kein Mann der Gegenwart – eher eine Figur der Zukunft. Wenn die Menschen überleben wollen, müssen sie ein bisschen mehr wie er werden." Dazu sagt der Papst: Wie recht sie doch hat! Und er ruft uns durch den fröhlichen Poverello zu: „Gehen wir singend voran! Mögen unsere Kämpfe und unsere Sorgen um diesen Planeten uns nicht die Freude und Hoffnung nehmen.“ Schmunzelnd möchte man hier anmerken: Unser gegenwärtiger Papst singt doch eigentlich nie. Er kann gar nicht singen. Aber beten kann er und so beendet er seine Enzyklika mit einem Gebet, das alle beten können und sollen, die an einen GOTT glauben, und mit einem zweiten Gebet für Christen. Mit Euch allen im Gebet verbunden, Euer Bruder Siegbert
Franz von Assisi, besondere Liebe zur Schöpfung (Kreuz am La Verna) Bild: © Raymund Fobes